Kapellenverkauf als Neuanfang
„Aus der Kapelle wird ein Wohnhaus“, titelte die Aargauer Zeitung am 16. Januar 2012 und berichtete über den Verkauf der Kapelle der Evangelisch-methoditischen Kirche (EMK) in Kölliken Anfangs Dezember 2011. Was nach einem traurigen Abschluss einer langen Tradition aussieht, ist für die EMK-Gemeinde in der Region Aarau-West in Wirklichkeit ein Neuanfang.
Die EMK konzentriere ihre Arbeit im Kirchenbezirk Muhen stärker auf Muhen selbst. Aus diesem Grund habe die EMK-Bezirksversammlung im April des letzten Jahres dem Antrag zugestimmt, die Kapelle Salem in Kölliken zu verkaufen, schreibt die Aargauer Zeitung. Dies stimme nur bedingt, sagt der örtliche EMK-Pfarrer in Muhen, Marco Jaeschke, dazu. Zwar sei es richtig, dass die Gottesdienste nur noch in Muhen und nicht mehr in Kölliken und Schöftland stattfänden. Ziel des Turnarounds der Kirchgemeinde Muhen sei es aber, „Strahlkraft für die ganze Region Aarau-West zu entwickeln“.
Am 1.1.11, um 11.11 Uhr, startete der EMK-Bezirk Muhen neu. „Dieser Neustart war nicht aus der Not geboren“, betont Marco Jaeschke, „sondern aus dem Wunsch nach Einheit von Jesus selbst heraus." In der Gemeinschaft über die eigenen Grenzen hinaus liege eine grosse Kraft. Nun gehe es darum, sich in den Gottesdiensten in Muhen untereinander besser kennen zu lernen. Bei diesem Prozess hätten die jeweiligen Quartalsthemen „Heimat“, „Hoffnung“, „Ruhe“ und „Geschichten“ im letzten Jahr geholfen. Das erste Thema im Jahr 2012 lautet nun „Wille Gottes“. Zur Vertiefung der weiteren Gemeindeentwicklung gründete die EMK Muhen eine „ganze Reihe“ von Kleingruppen, die Menschen in ähnlicher Lebenssituation eine Heimat bieten sollen. So sei etwa eine Gruppe für Abenteurer, für Frauen mit der Grösse XXL, für junge Frauen oder Senioren ins Leben gerufen worden.
Verkauf der Kapelle in Schöftland noch offen
Dank Mund-zu-Mund-Propaganda war der Verkauf der Kapelle in Kölliken kein schwieriges Unterfangen. Rund sieben Monate, nachdem die Bezirksversammlung der EMK in Muhen zugestimmt hatte, konnte die Kapelle an private Interessenten verkauft werden. Die neuen Besitzer der Kapelle Salem freuen sich laut Aargauer Zeitung über das schöne Gebäude mit zugehörigem Garten. Langfristig soll aus der Kapelle ein Zweifamilienhaus werden.
Im April 2011 befürwortete die Bezirksversammlung auch den Verkauf der Kapelle in Schöftland. Noch ist diese aber nicht verkauft worden. Der Kirchenvorstand der EMK Schweiz, der dem Verkauf abschliessend zustimmen muss, möchte noch weitergehende Abklärungen treffen, bevor er einen eventuellen Verkauf „als letzten Schritt“ genehmigt.
Weitere Informationen: www.emk-muhen.ch
Autorin: Barbara Streit-Stettler


